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Verband saarländischer Jugendzentren in Selbstverwaltung e.V.

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Keine Atempause - Geschichte wird gemacht

2024 jährt sich die offizielle Gründung des Verbandes saarländischer Jugendzentren in Selbstverwaltung zum fünfzigsten mal. Aus diesem Anlass hat sich eine kleine Gruppe ehemals Aktiver auf den Weg gemacht und ein Jubiläumsprojekt gestartet.

In diesem Wimmelbild könnt ihr einen Teil der Initiativgruppe finden. Mit dabei sind:

Alfons Matheis
Angelika Kraus
Bernd Willms
Berthold Thielen
Bernhard Dahm
Clemens Schwender
Manfred Weiss
Peter Lauer
Rolf Weishaupt
Roman Denis
Sigi Becker
Silvia Bolley
Theo Koch

 

Das Projektkonzept 50 Jahre selbstverwaltete Jugendzentren (Auszug)

Unter dem Motto „Wir werden kämpfen, wir werden siegen – ein Jugendzentrum werden wir kriegen“ entlud sich Anfang der 1970er Jahre bundesweit der Unmut von jungen Menschen über fehlende Freizeiträume lautstark und kreativ. Auch im Saarland gingen Jugendliche auf die Straße um selbstverwaltete Jugendräume einzufordern. In der Landeshauptstadt, den saarländischen Kleinstädten aber auch einigen ländlichen Kommunen wurde die Forderung nach einem „Jugendzentrum in Selbstverwaltung“ so vehement vorgetragen, dass die kommunalen Entscheidungsträger*innen den Anliegen nachgaben und Räume für Jugendliche bereitstellten. Die ersten selbstverwalteten Jugendzentren entstanden und es entwickelte sich schnell eine Dynamik, die die Jugendlichen im ganzen Land erfasste. Immer neue Initiativen wurden gegründet und es entwickelte sich eine breite Szene selbstorganisierter Jugendtreffs und Initiativgruppen, die bis Ende der 70er Jahre auf ca. 60 anstieg. Mit dem Slogan „gemeinsam sind wir stärker“ schloss man sich landesweit in einem Dachverband zusammen. Der Verband saarländischer Jugendzentren in Selbstverwaltung e.V. (VSJS, später juz-united) wurde nach einer längeren Gründungsphase im April 1974 offiziell gegründet.

Die selbstverwalteten Jugendzentren als Freiräume für jugendliche Selbstbestimmung prägten nicht nur Generationen von Aktiven, sondern waren schon in der Anfangsphase zentrale Orte einer jugendkulturellen Belebung des Landes. Selbstorganisierte Konzerte, Kinoprogramme, Juz-Zeitungen und politischer Aktivismus waren Ausdruck eines jugendpolitischen Aufbruchs, der das Land nachhaltig veränderte. 

Die Jugendzentren fungierten dabei als Basisräume jugendkulturellen Aufbegehrens. Sie waren die Räume, in denen demokratische Selbstorganisation praktiziert und damit gelernt werden konnte und Jugend sich mit ihren spezifischen Interessen und Bedürfnissen in der kommunalpolitischen Öffentlichkeit erstmals Gehör verschaffte.
Auch wenn viele Hochs und Tiefs die Entwicklung der Jugendzentrumslandschaft im Saarland begleiteten, lässt sich doch rückblickend konstatieren, dass mit der Jugendzentrumsbewegung eine der größten Jugendbewegungen der Nachkriegszeit zigtausende von jungen Menschen biografisch entscheidend beeinflusste sowie kulturell und politisch prägte.

Geschichte fruchtbar machen

Heute, nach einem halben Jahrhundert Jugendzentrumsbewegung, ist es Zeit, diese Geschichte in den unterschiedlichen Phasen auszuleuchten und ihre Bedeutung für Generationen junger Menschen im Saarland zu würdigen. Vor diesem Hintergrund startet der Verband saarländischer Jugendzentren in Selbstverwaltung e.V. (VSJS/juz-united) im Rahmen seines 50jährigen Jubiläums einen Erkundungsprozess, um beginnend mit den Anfängen der Juz-Bewegung bis zur aktuellen Entwicklung, die Geschichte selbstorganisierter Jugendtreffs zu rekonstruieren. Damit wird auch ein bedeutendes Kapitel saarländischer Sozialgeschichte nachgezeichnet, das zu Unrecht bisher wenig Beachtung fand.

Generell soll die Rekonstruktion der Jugendzentrumsbewegung im Saarland in ihren
unterschiedlichen Entwicklungsphasen auch Anstöße für die aktuelle jugendpolitische Debatte geben. Jugendpolitik, mit der gegenwärtigen Zielsetzung, mehr Jugendpartizipation zu wagen, kann von der Aufarbeitung der Geschichte jugendlicher Selbstorganisation enorm profitieren.

Und das ist alles geplant:

Neben dieser Website, die als Onlinearchiv der saarländischen Juz-Bewegung die ganze Vielfalt der Szene abbilden soll, sind folgenden weiteren Projekte geplant:

  • Ein Jubiläumsbuch wird die Ergebnisse unserer Erkundungen in gedruckter Form präsentieren.
  • Veranstaltungen wie die Präsentation des Films „Freie Räume“ und Fachdiskussionen tragen die Ergebnisse des Projektes in die (Fach-) Öffentlichkeit.
  • Ein Forschungsprojekt in Kooperation mit der HTW des Saarlandes erarbeitet die Geschichte der selbstverwalteten Offenen Jugendarbeit aus wissenschaftlicher Perspektive.
  • Ebenso geplant sind eine Ausstellung und ein Abschlussevent.

Aktionen:

Am 23.11.2023 zeigten wir den Film „Freie Räume“ in der Kinowerkstatt St.Ingbert und diskutierten mit dem Filmemacher Tobias Frindt.

Und hier könnt ihr eure Kommentare zu unserem Projekt loswerden:

Danke!

Wir bedanken uns hier bei allen, die mitgeholfen haben, diese Seiten zu bauen und bei denen, die Teil der Juzbewegung waren und sind. Wenn ihr möchtet, schreibt einfach noch was dazu. Wir veröffentlichen das dann hier.

Ein herzliches Dankeschön  an alle Autoren und Autorinnen, die zu unserer Initiative bisher dazukamen: 

Birgit Latz, Frank Klein, Hilde Hoherz, Jonathan Graf, Jürgen Schirra, Kathrin Prams, Manuel Nicklaus (Manu Meta), Marcel Boldorf, Markus Emanuel, Mathias Gaspers, Melanie Taibi, Michael Kammer, Paul Philippi, Reiner Pirrung,    Sebastian Rahn, Stefan Ripplinger, Stefan Brenner, Speed – Roman Denis, Tara Schu, Tobi Grosz, Tobias Drumm

Und an Alle, die uns mit Interviews, Fotos, Glückwünschen, Statements, Schriftmaterial oder auch anders unterstützen: Anne Paul-Hock, Benedikt Sturzenhecker, Benno Hafeneger, Bernd Mühlens, Bernhard Schiestel, Dieter Filsinger,  Doris Zehren, Friedhelm Rettig, Fritz Paul – Hock, Irene Krohn, Magnus Jung, Marion Morgenstern, Manfred Spoo, Paul Hock, Rainer Tobte, Rolf Weishaupt, Thommy Brück, Thomas Böhme, Thomas Spuli Kruse, Walter Godel, Willi Kräuter, Wolfgang Kraus